Sonntag, 12. April 2009

Interview mit einem Glücksbringer ;)


Wann immer Sie meinen, so gehts nicht weiter, der Hirschhausen hilft ihnen auf die veryheaven ;) Leiter.
Köstlich, rundum gelungen und eben tatsächlich
Medizin für die Seele.



Jeder ist seines Glückes Schmied. Und so sieht es auch aus: reichlich behämmert. Beim Zimmern unseres Glücks hauen wir uns oft genug mit dem Hammer auf den Daumen. Und vergessen dann, darüber zu lachen.

Wenn aber Dr. Eckart von Hirschhausen humorvoll über das Glück schreibt, lässt der Schmerz nach. Endlich spricht jemand das aus, was wir schon immer ahnten, aber nicht wahrhaben wollten: Glück ist nicht das Ziel, sondern ein Abfallprodukt der Evolution. Glück geht zum Glück vorbei, und eine Bronze- ist besser als eine Silbermedaille. Die positive Psychologie zeigt: Erfüllung und Zufriedenheit sind keine Frage des Schicksals, sondern die Summe der täglichen Gedanken und Handlungen. Glück ist machbar. Dr. Eckart von Hirschhausen verbindet Wissen mit Witz, aktueller Forschung, alten Weisheiten und Tiefgang und schafft so neben "Haha"- auch "Aha-Effekte". Übungen, Selbsttests, inspirierende Illustrationen und konkrete Tipps stehen neben Neuestem aus der Hirnforschung. Ein Buch für Glückspilze und Pechvögel, für Optimisten und Pessimisten. Und wer lieber unglücklich bleiben will, kann nach der Lektüre weiter unglücklich sein - aber auf höherem Niveau.

Dr. Eckart von Hirschhausen ist vor allen Dingen eins: Ein echter Glücksbringer! Er trägt eine Menge dazu bei, dass sich das Leben glücklicher und leichter anfühlt. SO einfach kann das Leben sein :-)

Interview

Kaum ein deutscher Comedian dürfte derzeit erfolgreicher sein! Dr. Eckart von Hirschhausen füllt mit seinem Bühnenprogramm Hallen in ganz Deutschland, ist Dauergast im Fernsehen und schreibt nebenbei noch Bestseller. Im Amazon-Interview erzählt er, was die Leser in seinem Glück-Buch erwartet.
 
Frage: „Glück ist machbar" - Ihre Botschaft muss alle überzeugten Pessimisten und Misanthropen aufschrecken. Will „Glück kommt selten allein" am Ende gar eine Anleitung zum glücklicheren Leben sein?
von Hirschhausen: Das Buch enthält mindestens 20% weniger Ratschläge als konventionelle Glücksbücher. Wer es liest, muss nicht glücklicher werden. Wer will, kann auch anschließend unglücklicher sein - aber auf höherem Niveau. Pessimisten behalten öfter Recht - aber will man Recht behalten oder glücklich sein? Beides geht nicht.
Frage: Was machen Sie in „Glück kommt selten allein" anders als die unzähligen selbsternannten Glücks-Gurus, die uns mit Affirmations-Sprüchen quälen?
von Hirschhausen: Die unliebsame Wahrheit ist: Wir sind gut darin, das Glück zu suchen. Aber immanent schlecht darin, es zu behalten. Mit einfachen Glücksrezepten ist es wie mit Diäten oder Erkältungsmitteln: Gäbe es ein gutes Rezept für alle - es hätte sich schon herumgesprochen. Meine zentrale Idee lautet: Glück ist paradox. Viele Glücks-Gurus, Philosophen und Ratschlag-Austeiler versuchen Glück auf EINE Formel zu bringen. Ich mache das genaue Gegenteil: Für mich ist das Widersprüchliche interessant. Glück ist nicht ein Gefühl, sondern mindestens fünf verschiedene, deshalb gibt es auch 5 Kapitel: Zum Zufall, der Gemeinschaft, dem Genuss, dem Tun und dem Lassen.
Der Hauptunterschied zu vielen Gurus ist, dass mein Buch nicht einfach etwas behauptet, sondern über fünf Jahre Recherchearbeit darin stecken. Und dabei bin ich auf kuriose Dinge gestoßen: Schönheit macht traurig, Sex wird überschätzt, und lange Ladenöffnungszeiten lähmen die Kauflust. Dafür macht Geld glücklich, beim Ausgeben, nicht beim Verdienen. Der größte Unterschied zu anderen Glückbüchern ist: Es gibt viel zu lachen. Über unsere Macken, unsere Suche nach dem Glück an den falschen Orten und über mich.
Frage: Wie viel „Erfahrungswissen" eines Glücklichen steckt eigentlich in Ihrem neuen Buch?
von Hirschhausen: Jede Menge. Es ist das persönlichste der drei Bücher, die ich bisher geschrieben habe. Es enthält meine Erfahrungen als Arzt im Bereich Neurologie und Psychiatrie, es ist die Quintessenz der Glücksforschung der letzten zehn Jahre, und es enthält meine eigenen Versuche, glücklich zu werden und zu scheitern. Und viele meiner Lieblingswitze. Wenn man sich vornimmt zu scheitern, und man schafft es, ist man dann überhaupt gescheitert?
Frage: Als eines Ihrer Betätigungsfelder geben Sie „Humortrainer" an. Was kann man sich darunter vorstellen? Hat es etwas mit der indischen Lach-Bewegung zu tun?
von Hirschhausen: Lachyoga praktiziert Lachen ohne Grund. Dagegen habe ich nichts, das wirkt tatsächlich. Aber ich bin ein altmodischer Mensch und lache am liebsten mit Grund. Als Trainer unterstütze ich Menschen, ihren Sinn für Humor zu finden und rüberzubringen. Hauptsächlich geht es darum, Vorträge und Präsentationen „aufzupeppen". Denn nicht alles, was man mit einem ernsten Gesicht tut, ist deshalb vernünftig. Und „Merkwürdiges" merkt sich besser. Humor ist die wirksamste Art, das Herz der Menschen zu bewegen. Von zwei Seiten: vom Kopf und gleichzeitig vom Zwerchfell.
Frage: Stimmt es eigentlich, dass es Ärzte überhaupt nicht schätzen, wenn der Patient mal ein Späßchen wagt?
von Hirschhausen: Dazu kann ich nur sagen: 96,8 % aller Statistiken sind gefälscht. So etwas Allgemeines würde ich nie sagen. Noch nicht mal über Allgemeinmediziner. Höchstens über Orthopäden.
Frage: Ihr persönlicher Lieblingswitz, der beginnt: „Kommt ein Mann zum Arzt..."?
von Hirschhausen: Der steht im Buch - sogar zwei Mal. Wenn ich ihn jetzt verrate, ist nicht nur der Witz verraten, auch ich bin es.



Rezension: Anleitung zum Unglücklichsein
 
Paul Watzlawicks kleiner Band bricht rigoros mit der Vorstellung, Ziel des Menschen sei das Streben nach Glück. In Form von Metaphern, Aphorismen, Anekdoten und hintergründigen Geschichten beschreibt Watzlawick in amüsanter und ironischer Art die vielfältigen Möglichkeiten, den eigenen Alltag unerträglich zu gestalten und trivialen Ereignissen eine außergewöhnliche Bedeutung beizumessen.

Voraussetzungen: Als theoretischer Hintergrund des Buchs dienten die Erkenntnisse der sogenannten Palo-Alto-Schule, zu deren Mitinitiatoren Watzlawick gehört. Die dort entstandene Kommunikationstheorie wurde im Wesentlichen aus der Erforschung von Paradoxien der menschlichen Kommunikation und ihrer Störungen gewonnen.

Inhalt: Während die Regale der Buchhandlungen mit Ratgebern zur Vervollkommnung des
eigenen Glücks gefüllt sind, publizierte Watzlawick mit seinem Buch die wohl erste Bedienungs-
anleitung zur Förderung des eigenen Unglücks. Als ergiebige Quelle hierzu erweist sich die Vergangenheit. Eine einfache Methode ist, alle in der Vergangenheit liegenden Ereignisse zu verherrlichen und mit der – dann zwangsläufig enttäuschend erscheinenden – Gegenwart zu
vergleichen. Sollte dieser Mechanismus nicht bereits zum gewünschten Erfolg führen, bleibt
immer noch das sture Festhalten »an Anpassungen und Lösungen, die irgendwann einmal durchaus
ausreichend, erfolgreich, oder vielleicht die einzig möglichen gewesen waren.

Aber auch in der Gegenwart lassen sich ausreichend Ursachen finden, die zum wohlverdienten Unglücklichsein führen, z. B. indem man in Streit mit eigentlich friedliebenden Nachbarn gerät.
Eine weitere Fundgrube des eigenen Unglücks sind Partnerschaften.

Wirkung: Anleitung zum Unglücklichsein entwickelte sich rasch zum Sachbuchbestseller und
hat mittlerweile eine Auflage von mehr als einer Million Exemplaren erreicht. Das Buch wurde
als eine gelungene Parodie auf die Ratgeberliteratur und deren Glücksversprechen gewertet.
 
J. R. -- 12. April 2009
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